Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat der PR-Branche ein zweideutiges Weihnachtsgeschenk beschert. In einer Mitteilung vom 30. November hieß es, der Stellenindex der BA (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – stieg im November 2017 auf einen neuen Höchststand. Auf den ersten Blick eine erfreuliche Nachricht. Allerdings ist die PR da außen vor.

Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen beläuft sich hier auf 2.749. Im Vorjahr waren es 2.991 – somit ergibt sich ein Rückgang von acht Prozent. Es gibt auch Licht: Der Zugang an neuen Stellen ist ein Indikator für die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen. Und dieser stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast 18 Prozent. Im Oktober sah dies noch ganz anders aus, da gab es ein Minus von fast 25 Prozent. Also doch fröhliche PR-Weihnachten?

Das könnte durchaus sein. Das PR-Journal wird auf jeden Fall die Entwicklung beobachten. Agenturen und Unternehmen können einiges dafür tun, dass die Bescherung zur Zufriedenheit ausfällt. Hier kommen Vorschläge – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Arbeitgebermarke konsequent kommunizieren

Es gibt in der Branche einige Experten für Employer Branding. Nicht alle nutzen ihr Wissen auch für die Darstellung der eigenen Arbeitgebermarke. Mut zum Unterschied wäre gut. Keiner kann Everybody‘s Darling sein, aber in der PR scheinen es allzu viele zu versuchen. Wer im Schwarm schwimmt, fühlt sich sicher, ist aber unsichtbar (der Sinn eines Schwarms) und erst recht nicht unterscheidbar.

Employer Branding wurzelt in der Unternehmenskultur und damit in den Werten des Unternehmens. Wer sich seiner Werte bewusst ist, sollte sie auch in der Arbeitgeberkommunikation zur Geltung kommen lassen. Nicht nur auf der Webseite, sondern etwa auch in Stellenanzeigen sollten sie zu finden sein.

Stellenanzeigen auf den Prüfstand stellen

Ach ja, die Stellenanzeige: Ungeliebt, unverändert, in Stein gemeißelt. Dabei ist sie ein Bestandteil der Außendarstellung des Unternehmens als Arbeitgeber. Negativbeispiele sind leicht zu finden, Positives und Originelles eher weniger. Was kreativen Arbeitgebern in einer kreativen Branche die Chance eröffnet, sich vom Wettbewerb abzuheben. Hier gilt: Einfach mal die alten Floskeln entsorgen, sich Gedanken darüber machen, was das Unternehmen als Arbeitgeber auszeichnet, welche Menschen sich dort wohlfühlen und gute Arbeit leisten. Und dann sich mal floskelfrei am Text versuchen, ohne die Bestimmungen des AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) im Hinterkopf zu haben. Dafür ist dann später immer noch Zeit.

Demnächst im PR-Journal: Werte in Agenturen

Arbeitgebermarken und Unternehmenskultur, Ideen und Best Practices der Mitarbeiterwerbung und -Bindung sowie des Onboardings, Motivation und Führung, und viele weitere Themen dieser Art werden im PR-Journal nach und nach eine Rolle spielen. Auch Tipps zu Bewerbungen in Agenturen und Unternehmen werden hier zu finden sein, ganz realistisch, anhand von Fallbeispielen. In Kürze geht es erst einmal um „Werte in Agenturen“.

Wer allerdings ganz schnell seine Chancen auf eine Weihnachtsbescherung in Form von motivierten neuen Kräften erhöhen will, schaltet ganz einfach eine Anzeige in der Stellenbörse des PR-Journals.